Alto Adige 2009 – Ski-Wohnmobilo in Italiano, grande Spaß!

Aktualisiert am 21. Juli 2010

Der Schnee ist gar nicht so gut hier: Abfahrt vom Langkofel

Was koch ma heut zum Essen Michi? Die Gans da drüben!

Langkofel, von St. Christina in Gröden aus gesehen

Das Canale Holzer hat Michi eingesaugt

Nostalgisch, aber wertvoll: Die Seilbahn am Sass Pordoi

Eine dieser 1000 und 1 Rinnen Südtirols – da darf der Michi nicht fehlen.

So, Norwegen – zweimal. Das war die beiden Jahre davor. Gleiche Besetzung, zwei Wochen jeweils und eine super Zeit. Dieses Jahr hatte leider nicht jeder Zeit, bzw. Krankheit verhinderte eine vollständige Teilnahme. Und dann fanden wir „nur“ eine gemeinsame Woche Zeit für unsere lustige Skiausflugsfahrt.
Daher haben wir beschlossen, wir fahren vom schönen Bayernland diretissima ins ebenfalls schöne Südtirol. Die Dolomiten. Couloir Country! Klar vom Klettern kennt man die ‚Dolos’, skifahrerisch eher von der SellaRonda…
Wir aber wollten getreu unserer Lektüre ‚Freeride in Dolomiti’ das Gelände erkunden, besonders die allgegenwärtigen Rinnen wollten wir unter die Kanten nehmen.

…wir schippern übern Brennero. Da gibt’s erstmal einen schönen Cappuccino, selbst an den Autobahnraststätten bekanntermaßen besser und billiger wie überall bei uns. Ja, des können’s die Italiener. Dann landen wir nächtlich im Grödnertal und schlafen bald voller Vorfreude ein.

Und so ziehen wir erstmal los in Richtung Langkofel-/Plattkofelgruppe. Gemütlich wollen wir anfangen und so lassen wir die Plattkofel-Nordrinne, welche mir eigentlich noch von einem früheren Besuch im Kopf rumspukt rechts liegen und ziehen weiter ins Plattkofelkar. Unglaublich, wir dachten einiges an Wind von unseren Norwegen-Trips gewohnt zu sein. Aber es pfeift uns dermaßen um die Ohren, dass wir ausgezehrt und ohne Aussicht auf guten Schnee bei der Abfahrt bald schon Cappuccino-Durst bekommen. Basti und ich lassen es uns aber nicht nehmen und kraxeln noch in die Zahnkofelscharte. Die erhoffte Aussicht fällt eher dürftig aus und die Abfahrt ist mühsamer als gedacht. Diffuses Licht gepaart mit metertiefen Windgangeln, die einem wahlweise mal schnell die Beine wegziehen bzw. deren Gegenwand einen wieder abrupt stoppt… So freuen wir uns darauf uns im/mit Cafe ausgiebig aufzuwärmen.
Aber der nächste Tag, das ist nach unserem Geschmack! Wir fahren über den immer wieder eindrucksvollen Sella-Pass und nehmen die Gondel (die zum Glück doch noch fährt) hoch zum Pordoi. Die Holzer-Rinne bzw. Canale Holzer, eine der tollkühnen Erstbefahrungen unseres aller Helden Heini Holzer steht auf dem Programm. Wir jedenfalls rüsten uns für ein alpines Unternehmen – Seil, Gurt, Pickel, Steigeisen usw. Nach einigen schiefen Blicken der Touristen fahren wir los, die Einfahrt ist schon relativ fordernd: bockhart und fiese Gangeln. Naja, scheint die lieben italienischen Skilehrer mit englischem Zögling im Schlepp nicht sonderlich aufzuhalten. Ohne Rucksack und mit dem Atomic-Rennski werden wir fix überholt. Wir wissen nicht recht was wir davon halten sollen, haben wir doch wie gesagt wegen der beschriebenen Abseilstelle alles dabei… Diese entpuppt sich dann tatsächlich dank starker Schneelage als kein allzu großes Hindernis und der Schnee bleibt zwar hart aber ist gut fahrbar. Die Wände schießen neben uns in die Höhe, eine sehr eindrucksvolle Abfahrt! Wie Fremdkörper spuckt uns die Wand ins darunter liegende Val Lasties, welches uns noch mit einer Eis-Buckel-Piste erwartet… Glücklich frönen wir am Abend der üppigen (auch preislich) Wellness-Landschaft in Canazei.
Nächster Tag, ab in Richtung Marmolada. Mit dem lustigen Eimerchen-Lift geht es in die Höhe. Eigentlich wollen wir die Marmolada erklimmen, besonders die Nordwand ist ja eine bekannte Steilabfahrt. Aber unsichere Wetter- und Schneeverhältnisse lassen es uns gemütlich angehen und wir cruisen, trinken Cappuccini – Life is good!
Am nächsten Tag nehmen wir wieder gerne die Dienste der Pordoi-Gondel in Anspruch: wir fahren Canale Joel, Canale Sass da Forcia (sogar unverspurt in Firn-Sulz und auch hier ohne abseilen zu müssen…), trinken Cafe und brechen schließlich doch noch mal auf, um vom Piz Boe bis ganz hinunter nach Arabba zu fahren. Eine wirklich tolle Abfahrt, leider haben wir etwas Pech mit dem Schnee, was dem Spaß aber keinen Abbruch tut.
Bei schlechtem Wetter gönnen wir uns einen Tag Ruhe und Party in Cortina, ein netter Skiort… Das Wetter ist auch am nächsten Tag schlecht, wir reiten aber trotzdem in den Nebel und werden mit Tree- und Pillowlines belohnt, der Powder ist gerade noch trocken genug…

Leider müssen wir schon wieder heim, es war mal wieder sehr toll! Ob nächtliche Pizza in Cortina, gutes Skigelände in Couloir-Country, 317 Cappuccini, 254 Espressi, gute Freunde und bestes Essen (merci Beni!) – unsere Skiausflüge sind einfach immer ein Highlight! Ich bin gespannt wo es das nächste Mal hingeht, aber wie gesagt, Südtirol ist eine Reise wert…

Text: Michi Bauer
Fotos: Basti Schels

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